Agrargewerbe Bildung Stiftung
Initiator: Dr. Konrad Binkert

Ansprechpartner:
Dipl. Ing. Josef Schartel,
Geschäftsführendes Vorstandsmitglied

Wollgrasweg 31
70599 Stuttgart
Tel. 0711 63373 707
Fax 0711 63373 706

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Pressemitteilungen

31.08.2017

Neuer Vorsitzender – Dieter Baisch übergibt an Thomas Siegle

Im Jahr 1973 mit der Gründung eines gemeinnützigen Vereines zur Förderung der Weiterbil-dung für die Mitgliedsbetriebe vom Verband der Agrargewerblichen Wirtschaft (VdAW) hat Dieter Baisch zusammen mit Dr. Konrad Binkert dem Geschäftsführer des VdAW, den Grundstein für die Agrargewerbe Bildung Stiftung gelegt. Über das Bildungswerk – Agrarge-werbe e.V. im Jahre 1974 erfolgte im Jahr 1992 die Änderung zu der gemeinnützigen Agrar-gewerbe Bildung Stiftung.
 
Bis zum 01. Juni dieses Jahres hat Dieter Baisch als Vorsitzender des Vorstandes und des Stiftungsrates herausragendes mit Weitsicht, großem Engagement und Wissen für das pri-vate Agrargewerbe geleistet.
Erfreulicherweise wird er als stellvertretender Vorsitzender auch weiterhin für die Stiftung aktiv tätig sein.

Zum neuen Vorsitzenden wählte der Stiftungsrat einstimmig Thomas Siegle, Siegle Zechlesmühle aus Ditzingen. Er ist seit 2011 als Stiftungsrat und seit 2015 als stellvertreten-der Vorsitzender für die Agrargewerbe Bildung Stiftung sehr erfolgreich tätig.

Für die bisherige hervorragende Arbeit wurde Dieter Baisch von Thomas Siegle im Namen aller herzlich gedankt und ein Geschenkkorb überreicht.
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23.10.2013

Dr. Konrad Binkert verstorben

Am 28. September 2013 ist Dr. Konrad Binkert, der ehemalige und langjährige Geschäftsführende Vorstand des Verbandes der Agrargewerblichen Wirtschaft (VdAW) e.V. verstorben. Dr. Konrad Binkert war Initiator und Mitbegründer des VdAW und Wegbereiter des Bildungswerkes Agrargewerbe der heutigen Agrargewerbe Bildung Stiftung. 
Er war jeweils über 20 Jahre Geschäftsführender Vorstand dieser Einrichtungen. Nahezu 40 Jahre hat Dr. Konrad Binkert seine Kraft als Geschäftsführender Vorstand in den Aufbau der verschiedenen Einrichtungen des VdAW eingesetzt. In dieser Zeit wurde der Verband auf das gesamte Agrargewerbe in Baden-Württemberg ausgedehnt. Auch maßgebliche Agrargewerbebranchen in Bayern und Hessen gehören dem VdAW an. Dr. Konrad Binkert wurde 1926 in Birndorf bei Waldshut geboren. Er musste noch als junger Mann in den Kriegsdienst, besuchte danach das humanistische Gymnasium in Konstanz und schlug anschließend den landwirtschaftlichen Berufsweg ein. Nach praktischer, landwirtschaftlicher Tätigkeit in Dänemark und der Schweiz nahm er das Studium der Landwirtschaft an der heutigen Universität Hohenheim auf, das er als Diplom-Landwirt abschloss. Er promovierte danach an der Universität Tübingen zum Doktor der Volkswirtschaft. Nach seiner Forschungsarbeit für die Forschungsgesellschaft für Agrarpolitik und Agrarsoziologie führte ihn der Berufsweg zum Württembergischen Sparkassen- und Giroverband. Als dessen Agrarkreditberater hielt er in ganz Württemberg Vorträge zur Betriebsfinanzierung zum Aufbau von leistungsfähigen, landwirtschaftlichen Betrieben. Im Rahmen dieser Aufgabe erkannte Dr. Konrad Binkert, dass es für die landwirtschaftlichen Unternehmer gut ist, wenn sie nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten für den Einund Verkauf der Betriebsmittel und Agrarerzeugnisse im Wettbewerb mehrere Partner haben. Die mittelständischen Unternehmen des Agrargewerbes und des Agrarhandels waren zu damaliger Zeit in der Defensive neben den genossenschaftlichen Einrichtungen der Landwirtschaft. Dr. Konrad Binkert regte zunehmend zahlreiche Gründungen von landwirtschaftlichen Erzeugergemeinschaften an, die in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit Unternehmen der Agrargewerblichen Wirtschaft stehen. Dr. Konrad Binkert kam zu der Überzeugung, dass die mittelständischen Unternehmen im Agrargewerbe in einer schlagkräftigen Verbandsorganisation zusammengefasst werden sollten. Mit führenden Unternehmerpersönlichkeiten wurde dieser Gedanke 1970 in die Tat umgesetzt. Der Verband der Agrargewerblichen Wirtschaft wurde gegründet. In mühe-voller Aufbauarbeit wurden die einzelnen Agrargewerbesparten zusammengeführt, neue Verbandsdienstleistungen den Unternehmenangeboten, Konzeptionen zur Kooperation zwischen Agrargewerbe und Landwirtschaft aufgebaut. Der verbandspolitische Einfluss auf Politik, Verwaltung und Wirtschaft wurde ausgebaut. Wichtig waren für Dr. Konrad Binkert die Mitgliedsunternehmen neben der Information und Beratung, die Aus- und Weiterbildung der Unternehmerschaft und ihrer Mitarbeiter auf allen Ebenen. Zur Durchführung der Bildungsmaßnahmen wurde 1973 parallel zum VdAW das Bildungswerk, die heutige Agrargewerbe Bildung Stiftung, gegründet, in dem Dr. Konrad Binkert bis zu seinem Ausscheiden 2007 als Geschäftsführendes Vorstandsmitglied verantwortlich zeichnete. Dr. Konrad Binkert hatte die Visionen und auch das Gespür für die Zukunftsentwicklungen der Unternehmen im Agrargewerbe und wie dafür die notwendigen Bedürfnisse angeboten und erfüllt werden mussten. Die Unternehmen der Agrargewerblichen Wirtschaft partnerschaftlich zusammen zu führen und berufspolitisch zu vertreten war ihm außerordentlich wichtig. Die Aus- und Weiterbildung von Menschen war immer sein größtes Anliegen. Dr. Binkerts Leistungen fanden ihre Anerkennung in der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes, der Staatsmedaille in Gold des Landes Baden-Württemberg und der Goldenen Ehrennadel des VdAW.



Wir nehmen in großer Trauer Abschied von

Herrn Dr. rer. pol. Konrad Binkert
1926 - 2013


Als Initiator und Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der gemeinnützigen Agrargewerbe Bildung Stiftung hat Dr. Konrad Binkert mit großer unternehmerischer Weitsicht die Stiftung aufgebaut und eine große Anzahl von Menschen in der Aus- und Weiterbildung gefördert.
Mit dem Tod von Dr. Konrad Binkert verlieren wir eine außergewöhnliche Persönlichkeit und einen Menschen, der verehrt und geachtet wurde. Unsere herzliche Anteilnahme gilt den Hinterbliebenen.
In großer Dankbarkeit werden wir seiner gedenken. Es ist uns Verpflichtung,in seinem Sinne weiter zu wirken.

Agrargewerbe Bildung Stiftung
Vorstand Stiftungsrat Mitarbeiter
Dieter Baisch
Vorstandsvorsitzender

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12.05.2012

Wahl zum Stellvertretenden Vorsitzenden

Bei der Stiftungsratssitzung am 12. Mai 2012 wurde Herr Reinhard Reinbold aus Freiamt einstimmig von den Stiftungsratsmitgliedern zum Stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
12.06.2010

Ehrung von Herrn Karl-Friedrich Behringer

Anlässlich der Stiftungsratssitzung am 12. Juni 2010 wurde Herrn Behringer für seine langjährige hervorragende Arbeit im Stiftungsrat der Dank ausgesprochen. 
Unter anderem führte der Vorsitzende Dieter Baisch aus:
"Es ist mir eine große Freude und Ehre, Ihnen heute meinen, unseren herzlichen Dank für Ihre Arbeit, Ihre Leistungen für die Agrargewerbe Bildung Stiftung auszusprechen. Seit Anfang Ihrer betrieblichen Tätigkeit haben Sie sich für Ihren Berufsstand in dem Verband der Agrargewerblichen Wirtschaft (VdAW) und darüber hinaus im Besonderen für die Aus- und Weiter-bildung der Unternehmer-Familien im Verband und deren Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eingesetzt."
In der Niederschrift zu der konstituierenden Sitzung des Stiftungsrates der Agrargewerbe Bildung Stiftung am 13. Mai 1993, nach der Genehmigung der Stiftung vom Regierungnspräsidium am 18. Dezember 1992, heißt es u.a.: „Der Vorsitzende Dieter Baisch eröffnet die Sitzung und dankt auch im Namen seiner Vorstandskollegen Willy Rau und Karl-Friedrich Behringer allen Anwesenden für die Bereitschaft zur Mitwirkung. Er hebt hervor, dass die Stiftung aus dem gemeinnützigen Verein „Bildungswerk Agrargewerbe“ hervorgegangen und der Stiftungsrat im Wesentlichen an die Stelle der Mitgliederversammlung des Bildungswerkes getreten ist. Mit der rechtlichen Abwicklung und dem Stiftungsgeschäft wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder Dieter Baisch als Vorsitzender, Willy Rau sowie Karl-Friedrich Behringer als Stellvertreter und Dr. Konrad Binkert als Geschäftsführendes Vorstandsmitglied beauftragt. Sie sollen diese Funktion zumindest auch während der ersten Wahlperiode der Stiftung beibehalten.“
Seit diesem Termin hat Herr Behringer in vorbildlicher Arbeit in enger Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Konrad Binkert und dem Vorsitzenden, Herrn Dieter Baisch, für die Betriebe des privaten Agrargewerbes und deren Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Aus- und Weiterbilldung Hervorrangendes geleistet.
Im Namen des Vorstandes und des Stiftungsrates dankte der Vorsitzende Dieter Baisch Herrn Behringer für seine vorbildliche Arbeit, für die gute Zusammenarbeit im Vorstand und im Stiftungsrat der Agrargewerbe Bildung Stiftung.
Zur Erinnerung und als Dankeschön wurde Herrn Behringer ein Bild und ein Schreiben vom Vorstand und dem Stiftungsrat überreicht.

Stuttgart, 16. Juni 2010
Schartel
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13.03.2010

Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau gibt sich neue, zeitgemäße Führungsstruktur

Leinfelden-Echterdingen, 13. März 2010: Führungstrio Heumann, Dobczynski und Westenfelder übernehmen Aufgabenfelder des bisherigen Präsidenten. Uschi App wurde erstes weibliches Vorstandsmitglied. Wiederwahl von Stefan Müller. 
Auf ihrer 35. Jahresmitgliederversammlung am 13. März in Rastatt beschlossen die Unternehmerinnen und Unternehmer im Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg e.V. eine neue, zeitgemäße Führungsstruktur. Wesentliches Kennzeichen der von Präsidium und Hauptausschuss vorgeschlagenen, mit großer Mehrheit positiv entschiedenen Umstrukturierung: Die bisherigen Aufgabenfelder des Präsidenten werden auf ein ehrenamtliches Führungstrio von einem Vor-standsvorsitzenden und zwei Stellvertretern verteilt.

Die Versammlung bestimmte bei den Neuwahlen am vergangenen Samstag Thomas Heumann, Weinstadt, zum Vorstandsvorsitzenden, verantwortlich vorrangig in dem Führungsgremium für Verbandspolitik, Außenbeziehungen und Personal. Ihm als Stellvertreter zur Seite gestellt wurden Klaus Dobczynski, Rheinmünster, verantwortlich vor allem für Bundesangelegenheiten und Öffentlichkeitsarbeit und Thomas Westenfelder, Eggenstein-Leopoldshafen, verantwortlich vorrangig für Landesgartenschauen.

Zum ersten weiblichen Vorstandsmitglied wählte die Versammlung Uschi App aus Unlingen; sie übernimmt in dem Führungsgremium den Aufgabenbereich "Markt und Wirtschaft"; wiedergewählt als Vorstand wurde ferner Stefan Müller aus Weingarten; er verantwortet dort seit 2003 den Bereich ‚Tarifpolitik‘. Vorstände sind weiterhin Schatzmeister Ulrich Walter, Pfedelbach (Finanzen), Martin Joos, Fellbach (Ausbildung) und Stephan Arnold, Leinfelden-Echterdingen (Landschaftsgärtnerische Fachgebiete). schließen
13.03.2010

Vortrag auf der Jahresmitgliederversammlung

"Wie wir in Zukunft leben"


Prof. Dr. Opaschowski, Wissenschaftlicher Leiter der BAT Stiftung für Zukunftsfragen Hamburg
Deutschland kann sich in Zukunft seines Wohlstands nicht mehr sicher sein. Der Automatismus – mehr Wachstum gleich mehr Wohlstandsgüter gleich mehr Lebensglück – funktioniert nicht mehr.  
Die Wohlstandswende ist im Lebensalltag der Deutschen angekommen. Die Bundesbürger gehen dennoch gestärkt aus der Krise hervor – mit bescheideneren Ansprüchen an ihr Leben, aber höheren Erwartungen an Wirtschaft und Politik. Gegen Maßlosigkeit setzt die Bevölkerung ihren Wunsch nach neuen Maßstäben für einen sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft. Welche Weichen müssen heute gestellt werden, damit wir auf das Leben morgen gut vorbereitet sind? Und welche nachweisbaren Veränderungen und Zukunftstrends
zeichnen sich bereits jetzt ab?

ZUKUNFTSTREND 1
0,5 X 2 X 3: DIE GLOBALISIERUNG DER ARBEITSWELT
In letzter Konsequenz bedeutet Globalisierung auch Verteilung der Arbeit rund um den Globus, also Arbeitsplatz-Export, ja Arbeitsplatz-Abbau. Und für die übrigen verbleibenden Vollzeitbeschäftigten gilt: Ihre Arbeit wird immer intensiver und konzentrierter, zeitlich länger und psychisch belastender, dafür aber auch - aus der Sicht der Unternehmen - immer produktiver und effektiver. Die neue Arbeitsformel für die Zukunft lautet: 0,5 x 2 x 3, d.h. die Hälfte der Mitarbeiter verdient doppelt so viel und muss dafür dreimal so viel leisten wie früher.

ZUKUNFTSTREND 2
LEBEN IST DIE LUST ZU SCHAFFEN: DIE LEISTUNGSEXPLOSION DER JUNGEN GENERATION
Die Bundesbürger vertreten die Auffassung, dass die Leistungsgesellschaft die bundesdeutsche Wirklichkeit am treffendsten beschreibt: Die Leistungsgesellschaft lebt. Sie schafft erst die Voraussetzungen für eine lebenswerte Zukunft. Die Leistungsorientierung des Lebens nimmt vor allem bei der Jugend fast explosionsartig zu. Beinahe erdrutschartig ist inzwischen der Anteil der Hedonisten, die „nur“ ihr Leben genießen wollen, zurückgegangen. In den nächsten Jahren wird die Leistungsexplosion
der jungen Generation einen Höhepunkt wie seit Jahrzehnten nicht mehr erreichen.

ZUKUNFTSTREND 3
DER „ZWEITE“ DEMOGRAPHISCHE WANDEL: DIE RENAISSANCE DER FAMILIE
Nicht mehr Sport, Hobby und Urlaubsreisen stehen im Zentrum des Lebens, sondern Kinder und Familie – mit steigender Tendenz. Beständigkeit ist wieder gefragt. Der Trend zur Individualisierung des Lebens hat seinen Zenit überschritten. Die Mehrheit der jungen Leute entdeckt den Wert von Verlässlichkeit wieder. Für den wachsenden Trend zur Beständigkeit spricht auch, dass die Ehen wieder stabiler werden und es auch weniger Scheidungen gibt. Seit 2004 sinkt die Zahl der Scheidungen in Deutschland kontinuierlich. In Zukunft wird die Familie kein Auslaufmodell und Konsum oder Kind keine wirkliche Alternative mehr sein. Wenn sich die Einstellungsänderungen der jungen Generation weiter stabilisieren, werden sich die unter 34-Jährigen Zug um Zug vom Singledasein und der Kinderlosigkeit verabschieden (= „Zweiter“ demographischer Wandel).

ZUKUNFTSTREND 4
DIE FRAUEN KOMMEN MIT MACHT: DIE ARBEITSWELT WIRD WEIBLICHER
Die männlichen „Helden der Arbeit“ verlieren bald ihre Privilegien. Und die Arbeitswelt wird weiblicher. Frauen bekommen zunehmend größere Berufschancen, weil sie immer besser qualifiziert sind und die Männer teilweise übertreffen. Bundesweit erzielen Mädchen und junge Frauen schon heute bessere Schulabschlüsse als ihre männlichen Kollegen. In Zukunft können die Männer im Erwerbsprozess gar zur Minderheit werden, wenn die Qualifizierungsoffensive der Frauen weiter anhält. Zur Frage der Vereinbarkeit von Beruf und Familie gesellt sich die Frage der Vereinbarkeit von Frauen- und Männerrollen. Rollenwechsel sind angesagt: Wer ‚spielt’ in Zukunft die Hauptrolle des Versorgers und wer die Nebenrolle des Zuverdieners?

ZUKUNFTSTREND 5
RE-START MIT 50: DIE WIRTSCHAFT BRAUCHT ÄLTERE ARBEITNEHMER
Zum demographischen Wandel in der Gesellschaft gesellt sich in den nächsten zwanzig Jahren ein grundlegender Beschäftigungswandel in der Arbeitswelt. Dann heißt es nicht mehr: „Mit 50 zum alten Eisen“, sondern: „Re-Start mit 50!“ Die Wirtschaft braucht wieder ältere Arbeitnehmer. Die 50plus-Generation bekommt ihre zweite Chance. Die Nachhaltigkeit ist dann wieder mehr gefragt als die Kurzfristigkeit – also mehr langfristige strategische Planung, weniger kurzfristiges Renditedenken in Quartalsberichten, mehr abwägende Sicherheitsüberlegungen als riskante Schnellschüsse.


ZUKUNFTSTREND 6
COMEBACK MIT 65: ZUVERDIENST STATT ALTERSARMUT
Die gesetzliche Altersgrenze mit 65 wird von immer mehr Menschen als Zwangsrente mit Fallbeilcharakter empfunden. Die Bundesbürger wollen in Zukunft ihre Altersgrenze selbst bestimmen und den Übergang in den Ruhestand flexibel gestalten. Fast drei Viertel (73%) aller Berufstätigen in Deutschland sind heute schon bereit, freiwillig über das 65. Lebensjahr hinaus zu arbeiten oder wieder zu arbeiten, wenn sie dadurch ihre Rente aufstocken können. Die Beschäftigten wollen einerseits mehr Geld zum Leben haben, aber auch im Alter weiter gebraucht werden, also gesellschaftlich wichtig bleiben.

ZUKUNFTSTREND 7
LEBENSQUALITÄT MIT 80: WAHLVERWANDTSCHAFTEN UND SOZIALE KONVOIS
Gemeinsam statt einsam heißt das Wohn- und Lebenskonzept der Zukunft: Mehr Generationenhaus und Senioren-Hausgemeinschaft als Heimplatz und betreutes Wohnen. Der Gedanke der Wahlfamilie erlebt eine Renaissance. Die Immobilienbranche sollte sich von überhöhten Renditeerwartungen im Bereich von Seniorenimmobilien verabschieden. Statt nur von gigantischen „Pflegebatterien“ und Tausenden neuer Pflegeheime zu träumen, sollte realistischerweise zur Kenntnis genommen werden, dass der Zukunftstrend in eine ganz andere Richtung geht: Dem Service-Wohnen bzw. generationsübergreifenden Wohnkonzepten mit Dienstleistungsangeboten gehört die Zukunft.

ZUKUNFTSTREND 8
GESUNDHEITSORIENTIERUNG ALS ZUKUNFTSRELIGION: WOHLBEFINDEN IM ZENTRUM DER LEBENSPLANUNG
Die Gesundheit wird zum Megamarkt der Zukunft. In der immer älter werdenden Gesellschaft boomen dann Bio- und Gentechnologien, Pharmaforschung und Forschungsindustrien gegen Krebs, Alzheimer und Demenz sowie gesundheitsnahe Branchen, die Care, Vitalität und Revitalisierung anbieten. Die Gesundheit bekommt in Zukunft fast Religionscharakter und das Gesundheitswesen nimmt die Form einer Kirche an. Die Gesundheit stellt den wichtigsten Wert im Leben dar.

ZUKUNFTSTREND 9
GUT LEBEN STATT VIEL HABEN: NACHHALTIGER WOHLSTAND ALS LEBENSZIEL
Die Wohlstandsformel in Bertolt Brechts Dreigroschenoper – „Nur wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm“ – wird im 21. Jahrhundert neu bewertet. Wohlstand wird zu einer Frage des sozialen Wohlergehens. In Zukunft kann Wohlstand auch bedeuten, weniger Güter zu besitzen und doch besser zu leben. Eine Neubesinnung auf das Beständige findet statt. Und das ist immer weniger eine Frage des Geldes. Die Deutschen wollen – vor die Alternative gestellt - lieber glücklich als reich sein.
Die Bürger denken verstärkt über eine neue Qualität des Wohlstands nach: Die Lebensbedürfnisse der heutigen Generation sollen befriedigt werden können, ohne dabei die Lebensqualität künftiger Generationen zu beeinträchtigen bzw. die Ressourcen der Zukunft zu vergeuden. In der Hierarchie der Lebenswerte dominieren im 21. Jahrhundert drei Lebenskonzepte:

· Erstens das gesundheitsorientierte Lebenskonzept, in dem Gesundheit als das wichtigste Lebensgut angesehen wird.

· Zweitens das sozialorientierte Lebenskonzept, in dem Partnerschaft, Familie und Kinder den zentralen Identifikationsbereich darstellen.

· Drittens das naturorientierte Lebenskonzept, das im Laufe des Lebens mit dem Älterwerden immer bedeutsamer wird.

Unter Natur kann heute „Grün“ oder „Gesunde Umwelt“, „Ursprünglichkeit“ oder „Einsamkeit“, „Leben“ oder „Frieden“ verstanden werden. Insofern kann es nicht überraschen, dass zur unverzichtbaren urbanen Wohn- und Lebensqualität der Bevölkerung auch Grün- und Parkanlagen gehören, die in ihrer Lebensbedeutung mittlerweile sogar höher eingeschätzt werden (71%) als ein vielseitiges Kulturangebot (67%) vor Ort.

Was bei der Arbeit in Gärten und Wintergärten, auf Terrassen, Balkons und Blumenfenstern am meisten Freude macht, ist einmal die erholsame Bewegung in frischer Luft und zum anderen die Möglichkeit, selbst etwas nach eigenen Vorstellungen gestalten zu können. Der Garten ist einer der letzten Freiheitsräume, in denen man selbst noch etwas gestalten kann.

ZUKUNFTSTREND 10
SEHNSUCHT NACH DEM SINN: „GENERATION V“ SETZT AUF VERTRAUEN
Im gleichen Maße, wie das Vertrauen in die Finanzmärkte, die Wirtschaft und die Politik sinkt, wächst seither das Vertrauen im mitmenschlichen Bereich. Die Deutschen rücken enger zusammen. Und Hilfsbereitschaft steht ganz hoch im Kurs. Vertrauen, Verantwortung und Verlässlichkeit werden als persönliche Eigenschaften immer mehr gewünscht und gelebt. So gesehen zeichnet sich in Konturen das Bild einer neuen „Generation V“ ab. Die drei V sind der soziale Kitt, der unsere Gesellschaft und die Welt zusammenhält.

Wer persönliches Wohlbefinden (und nicht nur materiellen Wohlstand) erreichen will, sollte – neben den christlichen Geboten natürlich – die folgenden 10 Anleitungen und Gebote für ein gelingendes Leben im 21. Jahrhundert beherzigen:

1. Bleib nicht dauernd dran; schalt doch mal ab.

2. Versuche nicht, permanent deinen Lebensstandard zu verbessern oder ihn gar mit Lebensqualität zu verwechseln.

3. Mach die Familie zur Konstante deines Lebens und ermutige Kinder zu dauerhaften Bindungen.

4. Knüpf dir ein verlässliches soziales Netz, damit dich Freunde und Nachbarn als soziale Konvois ein Leben lang begleiten können.

5. Definiere deinen Lebenssinn neu: Leben ist die Lust zu schaffen.

6. Genieße nach Maß, damit du länger genießen kannst.

7. Mach nicht alle deine Träume wahr; heb dir noch unerfüllte Wünsche auf.

8. Du allein kannst es, aber du kannst es nicht allein: Hilf anderen, damit auch dir geholfen wird.

9. Tu nichts auf Kosten anderer oder zu Lasten nachwachsender Generationen: Sorge nachhaltig dafür, dass das Leben kommender Generationen lebenswert bleibt.

10. Verdien dir deine Lebensqualität – durch Arbeit oder gute Werke: Es gibt nichts Gutes; es sei denn, man tut es.


Grundlagenliteratur
Opaschowski, H.W.: Deutschland 2030. Wie wir in Zukunft leben, 2. Auflage, Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus 2009 (ISBN 978-3-579-06991-3)
Opaschowski, H.W.: Wohlstand neu denken. Wie die nächste Generation leben wird, Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus 2009 (ISBN 978-3-579-06878-7)

Weitere Informationen unter:
www.opaschowski.de schließen
 
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